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Philipp Schönthaler (PostDoc-Stipendiat Januar - Juni 2011)

Kontakt

Philipp Schönthaler
Forschungsgruppe “Geschichte + Gedächtnis”
Universität Konstanz/Bischofsvilla
Otto-Adam-Str. 5

78467 Konstanz

E-mail: P.Schoenthaler@gmx.de

 

Vita

Januar - Juni 2011: Postdoktorand in der Forschungsgruppe „Geschichte + Gedächtnis“

2010: Promotion an der Universität Konstanz: „Negationen des Erzählers. Thomas Bernhard, W. G. Sebald, Imre Kertész“

WS 08/09 + WS 10/11: Lehrbeauftragter Universität Konstanz, FB Germanistik

2008 - 2009: Stipendium der Landesgraduierten Förderung Baden-Württemberg

2004: M.A. Moderne Europäische Literatur, University of Sussex, Brighton

2003: B.A. (Honours), Anglistik/Kunst, Trinity Western University, Vancouver

 

Ausgewählte Veröffentlichungen

Negative Poetik. Die Figur des Erzählers bei Thomas Bernhard, W.G. Sebald und Imre Kertész, Bielefeld 2011 [erscheint im Mai].

„Am Nullpunkt der Gattungen. Zu Friedrich Achleitners quadratroman“, Modern Austrian Literature No.44.1 (2011) [im Erscheinen].

 

Forschungsvorhaben

Das Gedächtnis der literarischen Avantgarde 

Die historische Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts definiert sich markant durch Konventions- und Traditionsbrüche. Im Zentrum des Vorhabens steht die Frage, wie die Avantgarde sich im Bruch zur Tradition einerseits selbst legitimiert und wie sich mit den jeweiligen Trennungs- und Gründungsakten einzelner Akteure und Gruppen andererseits bestimmte Traditionsbezüge (un-)willkürlich fortschreiben. Das Selbstverständnis und die Arbeiten der Avantgarde werden diesbezüglich vor dem Hintergrund unterschiedlicher Traditions-, Genealogie- und Gedächtniskonzeptionen analysiert, die zum einen dem Zeithorizont der Avantgarde entstammen (Nietzsche, Bergeson, Freud, Halbwachs), zum anderen explizit an Modelle und Fragen der aktuellen Gedächtnisforschung anschließen. In Bezug auf die Gedächtnistheorie lautet die leitende Hypothese, dass gerade der radikale Angriff auf etablierte Traditionen und Konventionen, die ihre Zuspitzung im Mythos eines genealogiefreien Ursprungs oder einer permanenten Revolution und Erneuerung finden, Aufschluss über grundsätzliche Funktionen von Erinnerungs- und Gedächtniskategorien liefern, wie sie trotz ihres destruktiven oder emanzipatorischen Gestus notwendig auch die ästhetischen und sozialen Programme und Selbstentwürfe der Avantgarde organisieren.