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Das Team von SynAlm

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Syntax des Alemannischen

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Syntax des Alemannischen (SynAlm)

 

Das Projekt SynAlm (Syntax des Alemannischen) erforscht - wie der Name des Projekts bereits beinhaltet – syntaktische Strukturen des Alemannischen. Einerseits geschieht das im Vergleich zum Standarddeutschen, andererseits vergleichen wir aber auch Varianten innerhalb des alemannischen Sprachraums. Darüber hinaus beziehen wir auch historische Sprachstufen des Deutschen ein. Die Datenerhebung (s. Methoden) ist sehr umfangreich und erfolgt standardisiert, was eine Anbindung an andere (internationale) Forschungsprojekte ermöglicht.

Durch den Forschungsschwerpunkt Syntax unterscheidet sich SynAlm von der klassischen Dialektforschung, bei der es meist um Lexik oder Phonologie geht.

Bei der Erforschung lexikalischer Unterschiede geht es darum, wie Dinge im Dialekt im Unterschied zur Standardsprache oder auch anderen Dialekt bezeichnet werden (Kartoffel – Grombiere / Headöpfel).

In der Phonologie wird untersucht, wie bestimmte Wörter ausgesprochen werden (du hast – du hosch). Auf dieser Art der systematischen lautlichen Variation basiert in aller Regel die traditionalle Dialekteinteilung. 

Die Syntax beschäftigt sich neben der Variation in der Abfolge von Wörtern vor allem mit der Form und Funktion von sogenannten 'Funktionswörtern':

  • Determinierer  wie der, die das/ein-/viel-/kein-, ...
  • Komplementierer wie dass, ob, weil, wo (im Relativsatz), als/wie, ...
  •  Kasus, Flexion und die Bildung der Zeitformen

Diese Elemente sind sozusagen der 'Klebstoff', mithilfe dessen aus einer einfachen Aneinanderreihung von Wörtern, bedeutungsvolle Einheiten entstehen. Aus der Variation in diesem Bereich können Modelle über den Grammatikaufbau erstellt werden und insbesondere der feinkörnige Vergleich zwischen diesen Wörtern, erlaubt es, Rückschlüsse über die unbedingt notwendigen Elemente einer Grammatik zu ziehen.

 

Warum ist gerade Alemannisch so spannend?

 Alemannisch…

  • …ist nach wie vor ein sehr lebendiger Dialekt
  • …hat viele aktive Sprecher
  • …hat feine regionale Unterschiede und da es an manchen Stellen durch Nationalgrenzen geteilt ist (z.B. Deutschland - Schweiz)
      kann auch die Rolle von sprach-externen Faktoren gut untersucht werden
  • …es gibt einen reichhaltigen Fundus an schriftlichen Zeugnisse aus früherer Zeit; Mittelhochdeutsch ist ein direkter Vorläufer von Alemannisch

       

 Im Alemannischen ist es - im Gegensatz zum Standarddeutschen - möglich vor ein sogenanntes Massennomen (nicht zählbare Dinge wie Wasser, Kaffee, Milch...) einen Artikel zu setzen:

Alemannisch:               I muass no a Wasser kauffa

                                    Ich muss noch ein Wasser kaufen

Und das findet sich auch im Mittelhochdeutsche:

Mittelhochdeutsch:     Der here        werchmann da nach        einen leim nam  

                                   Der erhabene Schöpfer     danach        einen  Lehm nam      

                                                                                          (Bsp. aus  Presslich, 2000:97)

  -> Das ermöglicht Zusammenhänge zu früheren Sprachstufen herzustellen und somit Theorien über  Sprachwandel zu entwickeln