Mehrsprachigkeit und Spezifische Sprachentwicklungsstörung

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Sprachverarbeitung bei türkischen Kindern mit Deutsch als Zweitsprache: Neurophysiologische und sprachwissenschaftliche Untersuchungen

Seit:

2009

 

Ziel:

Untersuchung der Grammatikentwicklung bei  türkisch-deutschen Kindern im Alter von 5-8 Jahren anhand von neurophysiologischen und sprachdiagnostischen Instrumenten (deutsch/türkisch)

 

Finanzierung:

Bundesministerium für Bildung und Forschung; Forschungsinitiative „Sprachförderung und Sprachdiagnostik“

(Gesamtsumme: 165 000 Euro, bis 31.3.2012); Mittel des Zukunftskollegs (Exzellenzinitiative), Universität Konstanz

 

Status:

Analyse, Publikation
   

 

 

FiSS

Die BMBF-Forschungsinitiative Sprachdiagnostik und Sprachförderung (FiSS) ist eine Maßnahme im Kontext des Rahmenprogramms zur Förderung der Empirischen Bildungsforschung. Sie dient der Erarbeitung von empirisch fundiertem wissenschaftlichem Wissen über die Aneignung, Diagnose und Förderung sprachlicher Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen unter besonderer Berücksichtigung der spezifischen sprachlichen Anforderungen in den Bildungsinstitutionen.

Im Rahmen der Forschungsinitiative werden empirisch ausgerichtete Forschungsvorhaben gefördert, die die Sprachaneignung und die diagnosegestützte Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen (4 bis 16 Jahre) mit nicht wesentlich beeinträchtigter Sprachlernfähigkeit zum Gegenstand haben. Im Fokus stehen Erwerb, Feststellung und Förderung von Kompetenzen in der deutschen Sprache bei Kindern ohne und mit Migrationshintergrund.

Bundesweit sind 14 Projekte (6 Verbund- und 8 Einzelvorhaben) an der Forschungsinitiative beteiligt. zu den Projekten

 

EEG

Bei allen Leistungen des Gehirns entstehen elektrische Ströme, z.B. beim Lesen oder Hören von Sprache oder beim Betrachten von Bildern. Diese elektrischen Ströme werden in unserem EEG-Labor gemessen. Dadurch erhalten wir Informationen über die Arbeitsweise des menschlichen Gehirns. Von besonderem Interesse sind für uns Vorgänge, die mit dem Hören, Lesen und Verstehen von Sprache zu tun haben.

Die elektrischen Signale werden mit Hilfe von Elektroden an der Kopfoberfläche abgeleitet. Dazu werden Kappen verwendet, an denen bis zu 64 Elektroden befestigt sind.

Die Veränderungen des elektrischen Feldes, die bei der Verarbeitung von Reizen im Gehirn entstehen, liegen im Bereich von wenigen Mikro-Volt (1 Mikro-Volt = 0.000 001 Volt; zum Vergleich: eine Taschenlampe arbeitet mit 4.5 Volt). Da diese Veränderungen mit sehr großer zeitlicher Genauigkeit aufgezeichnet werden, kann man genau feststellen, wie sich das elektrische Feld in Abhängigkeit vom Auftreten eines Reizes verhält.

Bei vielen unserer Experimente werden Aktivitäten des Gehirns gemessen, die automatisch beim Auftreten eines Reizes ablaufen. Das geschieht beispielsweise beim Hören von Sprachlauten oder Silben.

Bei diesen Experimenten können sich die TeilnehmerInnen einen Spielfilm ansehen, während sie passiv zuhören. Andere Experimente erfordern dagegen die Konzentration auf einen auditiven oder visuellen Reiz. Dabei werden TeilnehmerInnen z.B. aufgefordert, ein bestimmtes Wort wieder zu erkennen oder zu entscheiden, ob es sich um überhaupt um ein Wort handelt. Bei diesen Aufgaben geben die TeilnehmerInnen ihre Antworten mündlich oder mittels Tastendruck.

Bei den EEG-Messungen wird kein Strom von außen an den Körper herangeleitet, sondern es wird nur die im Gehirn entstehende elektrische Aktivität gemessen. Daher belasten EEG-Messungen den Körper nicht und sind für TeilnehmerInnen völlig ungefährlich.

(Quelle: Arbeitsgruppe Neurolinguistik der Universität Konstanz)