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Narrating Counterfactuality: Thought Experiments in Science and Literature

 

PI: Prof Dr. Riccardo Nicolosi, Department of Literary Studies, Ruhr-University Bochum

Postdoc: Dr. phil. Natasha Grigorian

Ph.D. Student: Vera Shibanova, M.A.

 

Das Projekt untersucht die narrative Dimension kontrafaktischer Gedankenexperimente im Spannungsfeld von Wissenschaft und Literatur. Im Zentrum stehen zum einen die kognitive Funktion von Narrativen in kontrafaktischen Gedankenexperimenten sowie die Adaptation und Transformation dieser argumentativ-narrativen Strukturen in fiktionalen Texten. Zum anderen untersucht das Projekt, inwieweit bestimmte fiktionale Texte als narrative Gedankenexperimente zur kontrafaktischen Falsifizierung wissenschaftlicher Theorien und Hypothesen fungieren können. Ziel des Projekts ist die Ausarbeitung von erzähltheoretischen Kriterien für die Analyse von kontrafaktischen Narrativen und deren Transformationen zwischen wissenschaftlichem und literarischem Diskurs. Die Untersuchung wird am Beispiel der russischen Kultur des 19. und 20. Jhs. durchgeführt, die in einem gesamteuropäischen Kontext betrachtet wird. P5.1 analysiert russische literarische Texte im Umkreis des Naturalismus (ca. 1880-1900), die ausgehend von Zolas Konzept des „Experimentalromans” auf ihre Funktion als Gedankenexperimente zur Falsifizierung wissenschaftlicher Theorien wie Degeneration, Neurasthenie, Kampf ums Dasein hin untersucht werden. P5.2 fokussiert kontrafaktische Gedankenexperimente in Malthus’ Bevölkerungstheorie sowie deren Rezeption in der russischen Kultur des 19. und 20. Jhs., in der sie als Ausgangspunkt für den Entwurf sozioökonomischer Modellerzählungen und literarischer Dystopien dienen.